DS Audio: Die optische Revolution der analogen Musikwiedergabe
DS Audio verfolgt mit seinen photoelektrischen Tonabnehmern einen grundlegend neuen Ansatz der analogen Musikwiedergabe. Statt auf elektromagnetische Induktion wie bei Moving-Magnet-Systemen (MM) und Moving-Coil-Systemen (MC) zu setzen, nutzt das japanische Unternehmen Licht, um die Bewegungen der Abtastnadel in elektrische Signale umzuwandeln. Dieses innovative Abtastprinzip ermöglicht eine besonders leichte und reaktionsschnelle Mechanik und eröffnet damit neue Perspektiven für die Wiedergabe von Schallplatten.
1. Minimale bewegte Masse
Während konventionelle MM- und MC-Systeme einen Magneten beziehungsweise Spulen im bewegten Wandlersystem verwenden, arbeitet DS Audio mit einer extrem leichten optischen Blende, der sogenannten Shading Plate (Schattenmaske). Ihre Bewegung moduliert den Lichtstrom, der von lichtempfindlichen Photodetektoren erfasst wird. Bei Modellen der dritten Generation, wie dem Grand Master, besteht diese Blende aus 99,9-prozentigem Reinstberyllium und wiegt lediglich 0,74 Milligramm – weniger als ein Zehntel der Masse des Spulensystems eines typischen MC-Tonabnehmers. Die außergewöhnlich geringe bewegte Masse reduziert die bei schnellen Auslenkungen auftretenden Trägheitskräfte und ermöglicht es der Abtastnadel, den durch die Schallplattenrille vorgegebenen Bewegungen mit geringeren mechanischen Gegenkräften zu folgen. Damit schafft sie günstige physikalische Voraussetzungen für eine präzise Abtastung auch feinster Rillenmodulationen.
2. Amplitudenproportionale Signalwandlung – keine klassische RIAA-Entzerrung nötig
Konventionelle MM- und MC-Tonabnehmer erzeugen durch elektromagnetische Induktion eine Spannung, die von der Bewegungsgeschwindigkeit der Nadel abhängt. Da sich die Nadel bei hohen Frequenzen schneller bewegt als bei tiefen Tönen, fällt das Ausgangssignal bei gleicher Auslenkung frequenzabhängig unterschiedlich stark aus.
DS Audio erfasst dagegen mittels seiner optischen Schattenmaske unmittelbar die Auslenkung der Nadel. Die Photozellen liefern damit ein Signal, das primär der Amplitude und nicht der Bewegungsgeschwindigkeit folgt. Tiefe Frequenzen werden folglich nicht allein aufgrund ihrer langsameren Schwingung elektrisch abgeschwächt, hohe Frequenzen nicht wegen ihrer höheren Schnelle verstärkt. Dadurch fällt die erforderliche Frequenzgangkorrektur deutlich geringer aus: Während konventionelle MM- und MC-Systeme rund 40 dB Entzerrung erfordern, genügen bei DS Audio etwa 12 dB, um den Frequenzgang an die RIAA-Kennlinie anzupassen. Die geringere Korrektur erlaubt eine weniger stark eingreifende Entzerrungsschaltung, die den ursprünglichen Signalverlauf mit geringerem elektronischem Korrekturaufwand bewahrt.
3. Keine magnetische Bremswirkung oder magnetische Sättigung
Da DS Audio im bewegten Wandlersystem auf Magnete und Spulen zur Signalwandlung verzichtet, entfallen die damit verbundenen elektromagnetischen Wechselwirkungen, die bei konventionellen Tonabnehmern die Bewegung der Abtastnadel beeinflussen können. Auch magnetische Bauteile, deren Eigenschaften sich bei hoher magnetischer Aussteuerung durch Sättigung verändern könnten, werden im optischen Wandler nicht benötigt. Dadurch erfolgt die optische Signalwandlung ohne elektromagnetische Wechselwirkungen zwischen bewegtem Wandlersystem und Signalgewinnung, sodass das Bewegungsverhalten der Abtastnadel nicht durch solche Effekte beeinflusst wird.
4. Hohe Ausgangsspannung – deutlich geringerer Verstärkungsbedarf
DS-Audio-Tonabnehmer der dritten Generation liefern eine Ausgangsspannung von rund 70 mV und damit ein Vielfaches konventioneller Systeme. Ein Low-Output-MC-System erzeugt typischerweise nur etwa 0,2 bis 0,5 mV. Damit liefert DS Audio ein rund 140- bis 350-mal stärkeres Signal. Noch deutlicher wird der Unterschied beim erforderlichen Verstärkungsbedarf bis zum Line-Pegel von rund 500 mV: Während ein Low-Output-MC-System hierfür eine Spannungsverstärkung um den Faktor 1.000 bis 2.500 benötigt, genügt bei einem DS-Audio-System rechnerisch bereits eine Spannungsverstärkung um lediglich den Faktor 7. Die EQ-Unit benötigt damit deutlich weniger zusätzliche Verstärkung als ein Phonoverstärker für Moving Coil-Systeme, was einen hohen Rauschabstand ermöglicht und dazu beitragen kann, selbst feinste Signalanteile mit geringem Störgeräusch abzubilden und die nutzbare Dynamik besser auszuschöpfen.
5. Klangliche Vorteile – Präzision bis ins kleinste Detail
Die geringe bewegte Masse begünstigt eine dynamische Impulswiedergabe, während die amplitudenproportionale Signalwandlung eine differenzierte Wiedergabe musikalischer Details unterstützt. Auch die geringere erforderliche Entzerrung ermöglicht eine vergleichsweise einfache Signalverarbeitung und schafft günstige Voraussetzungen für eine unverfälschte Wiedergabe. Besonders bemerkenswert ist das Potenzial eines hohen Signal-Rausch-Abstands: Zusammen mit der hohen Ausgangsspannung und der entsprechend geringeren erforderlichen Verstärkung kann ein ausgesprochen ruhiger, „tiefschwarzer“ Hintergrund entstehen. Vor diesem treten selbst leise Nachklänge, feinste Details und räumliche Informationen deutlicher hervor. So werden musikalische Schattierungen hörbarer, Instrumente gewinnen durch ihre authentische Klangkörperabbildung an räumlicher Präsenz, und dynamische Abstufungen kommen dem Original entsprechend natürlicher zur Geltung.


